Denken ist vergleichen

„Denken heißt vergleichen“, so sagte Walter Rathenau. Jeder Aussage darüber, ob etwas gut oder schlecht ist, also jeder Bewertung einer Tatsache, geht ein Vergleich voraus. Ohne diesen Vergleich mit einer Norm, einem Soll-Zustand, lässt sich keine wertende Aussage treffen. Bewusst oder unbewusst geht jeder aktiven Entscheidung eine solche – vergleichende – Bewertung voraus.

Auch Äpfel und Birnen lassen sich vergleichen. Sehr gut sogar. Es fragt sich nur, welches Kriterium für den Vergleich relevant ist: Dicke, Gewicht, Farbe, Geschmack, Haltbarkeit? Nur Unterschiedliches kann man vergleichen. Gleiches mit Gleichem zu vergleichen, ist sinnlos. Und Vergleiche müssen nicht immer quantitativ sein. Auch qualitativ lässt sich vergleichen.

Wir vergleichen andauernd. Daten sprechen nicht für sich. Erst Vergleiche machen sie lesbar. Das Aufreihen von Zahlen in einem Chart macht noch keinen echten Vergleich. Es ist erst die Voraussetzung dafür. Die eigentliche Leistung ist die Auswahl des Kriteriums des Vergleichs – und die Wahl einer Norm, eines Soll-Wertes, einer Benchmark.

Jeder Vergleich lässt sich im Kern auf zwei Werte reduzieren: einen Ist-Wert und einen Soll-Wert. Mehr Daten erfordern beim Rezipienten eine Wiederholung mehrerer Vergleiche. Damit wird ihm selbst die Auswahl überlassen, er kann damit machen, was er will. Das ist nicht sinnvoll.

Darum die Konzentration auf nur zwei Werte: Das bedeutet Reduktion auf das Wesentliche, auf das, was wirklich gesagt werden soll.